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Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 21.08.2017

Abgrenzung von gewerblichem Grundstückshandel und privatem Veräußerungsgeschäft bei Verkauf nach Betriebsaufgabe

Der Verlust aus einer Grundstücksveräußerung ist nicht bei den gewerblichen Einkünften, sondern nur eingeschränkt bei den sonstigen Einkünften zu berücksichtigen, wenn langjährig land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke nach einer Betriebsaufgabe veräußert werden. So entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg (Az. 4 K 1740/16).

Neben seiner über 30-jährigen Tätigkeit als gewerblicher Grundstückshändler hatte der Kläger auf 1992 erworbenen Grundstücken einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten, für den er zum 30. Juni 2005 die Betriebsaufgabe erklärte. Den Verlust beim Verkauf der Grundstücke im Jahr 2009 machte er bei seinen gewerblichen Einkünften als Grundstückshändler geltend. Das Finanzamt sah in dem Verkauf dagegen ein steuerlich unbeachtliches privates Veräußerungsgeschäft.

Das Finanzgericht wies die dagegen gerichtete Klage ab. Die Veräußerung der Grundstücke sei nicht dem gewerblichen Grundstückshandel des Klägers zuzuordnen, denn u. a. habe hier die Fruchtziehung durch Selbstnutzung oder Vermietung im Vordergrund gestanden.

Gegen das Urteil ist Revision beim Bundesfinanzhof anhängig (BFH-Az. X R 26/17).

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