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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 18.08.2017

Kauf und Verkauf von Waldgrundstücken trotz Nichtbewirtschaftung keine Liebhaberei

Ein Steuerpflichtiger, der Waldgrundstücke von insgesamt 7,5 ha erwirbt, betreibt einen Forstbetrieb. Er kann sich regelmäßig auch dann nicht auf Liebhaberei berufen, wenn er ansonsten keine Land- und Forstwirtschaft betreibt und er in der Zeit zwischen Erwerb und Veräußerung u. a. weder Bewirtschaftungsmaßnahmen durchführt noch Holzeinschläge vornimmt. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VI R 86/14).

Der Kläger, ein Pensionär, hatte 1994, 1997 und 2004 drei Waldgrundstücke von zusammen ca. 7,5 ha erworben und, ohne die Grundstücke genutzt zu haben, im Jahr 2007 mit einem Gewinn von ca. 96.000 Euro wieder verkauft. Das Finanzamt sah den Gewinn als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft an und besteuerte sie nach Abzug des Altersfreibetrags von 45.000 Euro.

Der BFH urteilte, dass es sich hier nicht um eine nicht steuerbare Liebhaberei, sondern um steuerpflichtige Einkünfte des Klägers handele. Die dazu notwendige Gewinnerzielungsabsicht ergebe sich aus der objektiven Eignung der Waldgrundstücke, damit Gewinn zu erzielen und aus dem tatsächlichen Veräußerungsgewinn. Durch die Veräußerung des Grundbesitzes habe der Kläger den Wert seines Betriebsvermögens bewusst und gewollt durch einen Umsatzakt realisiert. Diese Betriebsvermögensmehrung sei steuerbar und mangels Steuerbefreiung auch steuerpflichtig.

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