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Recht / Zivilrecht 
Montag, 21.08.2017

Reiseabsage wegen Erkrankung des Blindenführhundes - Reiserücktrittsversicherung muss Stornokosten nicht übernehmen

Das Amtsgericht München wies darauf hin, dass bei einer Reiserücktrittskostenversicherung nur für die in den Versicherungsbedingungen konkret und abschließend aufgeführten Ereignisse Versicherungsschutz besteht (Az. 191 C 17044/16).

Im vorliegenden Fall war der Kläger blind und infolgedessen auf seinen Blindenführhund angewiesen. Er hatte für eine Reise mit seiner Mutter nach Fuerteventura in der Zeit vom 18.06.2016 bis 27.06.2016 eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen. Der Hund erlitt vor der Reise jedoch eine akute Erkrankung in Form eines epileptischen Anfalls und war daher vom 05.06.2016 bis 28.06.2016 in medizinischer Behandlung und flugunfähig. Der Kläger stornierte die Reise umgehend, der Reiseveranstalter stellte ihm jedoch Stornokosten in Höhe von insgesamt 990 Euro in Rechnung. Die Reiserücktrittsversicherung weigerte sich, die Stornokosten zu ersetzen.

Der Kläger war der Auffassung, die Erkrankung seines Hundes sei nicht anders zu beurteilen, als wenn ein Sehender vor einer Reise wegen einer Erkrankung plötzlich sein Sehvermögen verliere, was dann ein Versicherungsfall wäre. Zudem seien in den Versicherungsbedingungen als versicherte Ereignisse z. B. auch der Bruch von Prothesen oder die Lockerung von implantierten Gelenken anerkannt. Wie auch in diesen Fällen sei es dem Kläger unmöglich, die Reise anzutreten.

Das Gericht wies die Klage ab. Zwar sei der Kläger ohne seinen Blindenhund in einer Lage gewesen, die vergleichbar mit den in den Versicherungsbedingungen aufgezählten Ereignissen war. Die Erkrankung eines Blindenführhundes sei jedoch unter den abschließend aufgezählten Punkten der Versicherungsbedingungen gerade nicht aufgeführt. Bei der Reiserücktrittskostenversicherung bestehe jedoch nach dem Grundsatz der Einzelgefahrendeckung nur bei den in den Versicherungsbedingungen konkret und abschließend aufgeführten Ereignissen Versicherungsschutz. Allein die Feststellung, dass die Teilnahme an der Reise für die versicherte Person aus anderweitigen Gründen, die nicht im Katalog der versicherten Ereignisse genannt werden, unzumutbar sei, löse die Eintrittspflicht des Versicherers nicht aus.

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