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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 15.08.2017

Ausbildung und Verkauf von Blindenführhunden ist gewerblich

Die Ausbildung und der Verkauf von Blindenführhunden führt einkommensteuerrechtlich zu gewerblichen Einkünften. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 11/15).

Die Klägerin bildete jährlich drei bis fünf Hunde zu Blindenführhunden aus. Sie suchte gemeinsam mit dem sehbehinderten Menschen einen Hund aus und erwarb den Welpen auf eigene Rechnung. Nach der Ausbildung und der sog. Gespannprüfung veräußerte die Klägerin den Blindenführhund an die Krankenkasse des Sehbehinderten, die den Hund als medizinisches Hilfsmittel im Sinne des Sozialhilfegesetzes anerkannte. Das Finanzamt sah diese Einkünfte als gewerblich an und setzte einen Gewerbesteuermessbetrag fest.

Ebenso wie das Finanzgericht wies der BFH die Klage ab. Es handele sich nicht um eine freiberufliche Tätigkeit, da es an der hierfür erforderlichen unterrichtenden oder erzieherischen Tätigkeit i. S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG fehle, die ein Tätigwerden gegenüber Menschen erfordere. Die Betreuung des sehbehinderten Menschen während der Übergabe des Hundes sei nur eine untergeordnete Tätigkeit.

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