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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 04.08.2017

Keine Anerkennung einer freiberufsähnlichen Tätigkeit, da aktuelle Wissensprüfung kein Nachweis für frühere Kenntnisse eines Autodidakten

Eine erfolgreich bestandene Wissensprüfung führt nur dann zur Anerkennung einer freiberufsähnlichen Tätigkeit, wenn sie den Rückschluss auf den Kenntnisstand des Steuerpflichtigen in früheren Jahren zulässt. Ob insoweit Zweifel bestehen, hat die Tatsacheninstanz unter Würdigung aller Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 2/14).

Der Kläger und das Finanzamt streiten darüber, ob der Kläger in den strittigen Jahren (1996 bis 2001) Einkünfte aus selbständiger Arbeit oder solche aus Gewerbebetrieb erzielt hat. Nach Realschulabschluss und Lehre zum Industriekaufmann arbeitete der Kläger in den Jahren 1979 bis 2001 in verschiedenen Firmen im Bereich des Controllings. Daneben war er an einer staatlichen Hochschule für Berufstätige im Studiengang Betriebswirtschaft immatrikuliert, reichte dort jedoch keine schriftlichen Arbeiten ein und legte auch kein Examen ab. Der Kläger erklärte seine Einkünfte aus diesen Jahren als Einkünfte aus freiberufsähnlicher Tätigkeit. Das Finanzamt sah seine Tätigkeit aber als gewerbesteuerpflichtig an.

Ebenso wie das Finanzgericht wies der BFH die Klage ab. Aufgrund einer vom Finanzgericht auf Antrag des Klägers erfolgreich durchgeführten Wissensprüfung seien zwar im Zeitpunkt der Prüfung ausreichende Kenntnisse in sämtlichen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre festgestellt worden, aber dies lasse keinen zuverlässigen Rückschluss auf die Tiefe des Wissens in den strittigen Jahren zu.

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