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Steuern / Umsatzsteuer 
Donnerstag, 03.08.2017

Differenzbesteuerung beim "Ausschlachten" von Gebrauchtfahrzeugen möglich

Die Differenzbesteuerung ist auch dann anwendbar, wenn ein Unternehmer Gegenstände liefert, die er gewonnen hat, indem er zuvor von ihm erworbene Gebrauchtfahrzeuge zerlegt hat. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. V R 37/15).

Der Kläger kaufte häufig nicht mehr fahrtüchtige Gebrauchtfahrzeuge von Privatpersonen im ganzen Bundesgebiet an, zerlegte sie in ihre Einzelteile und verkaufte sie insbesondere über eine Auktionsplattform. Er besteuerte die Umsätze gem. § 25a UStG nach der Differenzbesteuerung. Die Finanzverwaltung akzeptierte das nicht.

Anders als das Finanzgericht gab der BFH der Klage statt. Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (Rs. C-471/15) sei Art. 313 der Europäischen Mehrwertsteuerrichtlinie dahingehend auszulegen, dass gebrauchte Teile, die aus Altfahrzeugen, die ein Autoverwertungsunternehmen von einer Privatperson erworben hat, stammen und als Ersatzteile verkauft werden sollen, “Gebrauchtgegenstände” im Sinne dieser Bestimmung seien mit der Folge, dass die Lieferungen solcher Teile durch einen steuerpflichtigen Wiederverkäufer der Differenzbesteuerung unterlägen.

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