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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 04.08.2017

Bei Fahrerflucht muss Versicherter Haftpflichtschaden bis zu 5.000 Euro selbst zahlen

Das Amtsgericht Ansbach entschied, dass die Kfz-Haftpflichtversicherung eine fahrerflüchtige Autofahrerin zu Recht in Regress genommen hat. Sie müsse den von ihr verursachten Schaden selbst tragen (Az. 5 C 816/16).

Im vorliegenden Fall hatte eine Frau ein parkendes Auto beschädigt und den Unfallort verlassen. Als der Geschädigte den Schaden von über 2.000 Euro entdeckte, rief er die Polizei. Die Frau wurde als Unfallverursacherin ausfindig gemacht, gab aber an, nichts gemerkt zu haben. Ein Gutachten erwies jedoch, dass sie den Unfall hätte mitbekommen müssen. Nach den Haftpflichtbedingungen der Versicherung handelt es sich um eine Vertragsverletzung, wenn ein Versicherungsnehmer den Unfallort verlässt, ohne die zur Aufklärung nötigen Feststellungen ermöglicht zu haben.

Das Gericht hielt das Verhalten der Fahrerin erwiesenermaßen für einen Verstoß. Sie müsse daher die zunächst von der Versicherung beglichene Schadenssumme zurückzahlen. Die Versicherungsbedingungen seien rechtmäßig. Wenn sich im Zuge der Ermittlungen ein flüchtiger Fahrer ausfindig machen lasse, könne ihn die Kfz-Haftpflichtversicherung für den Schaden bis zu einer Summe von 5.000 Euro in Regress nehmen.

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