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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 23.08.2017

Keine Regelbesteuerung bei nur mittelbarer beruflicher Tätigkeit für die Kapitalgesellschaft

Bei nur mittelbarer beruflicher Tätigkeit für eine Kapitalgesellschaft dürfen Zinsen für ein Darlehen zur Anschaffung einer Beteiligung an der Gesellschaft nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abgezogen werden. So entschied das Finanzgericht Düsseldorf (Az. 7 K 3226/16 E).

Der Kläger war bis zu seiner Pensionierung Geschäftsführer der A GmbH. Er hatte ein Darlehen über 200.000 Euro zur Finanzierung eines Anteils von 10 % an der A GmbH aufgenommen. Nach seiner Pensionierung veräußerte er einen Gesellschaftsanteil von 9 %. Zugleich zahlte er das Darlehen samt aufgelaufener Zinsen, insgesamt 242.313 Euro, an den Darlehensgeber zurück. Der Kläger begehrte die Anwendung der tariflichen Einkommensteuer und den Abzug der Zinsen in Höhe von 42.313 Euro als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Dies lehnte das beklagte Finanzamt ab. Der Kläger sei nach Aufgabe seines Geschäftsführerpostens nicht mehr für die Gesellschaft beruflich tätig gewesen.

Die daraufhin erhobene Klage wies das FG Düsseldorf ab. Eine Option zur Regelbesteuerung und damit ein Abzug von Werbungskosten sei bei Gewinnausschüttungen u. a. dann möglich, wenn der Steuerpflichtige unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 1 % an der Kapitalgesellschaft beteiligt und beruflich für diese tätig sei. Unmittelbar sei er nach seiner Pensionierung für die A GmbH nicht mehr tätig gewesen. Aber auch seine mittelbare Tätigkeit für die A GmbH als Geschäftsführer der C GmbH, die entgeltliche Beratungsleistungen gegenüber der A GmbH erbracht habe, reiche hier nicht aus.

Das FG Düsseldorf hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

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