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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 28.07.2017

Nach Unfall Anspruch auf Mietwagen - Geschädigter muss nicht mit Bus und Bahn fahren

Das Amtsgericht Hannover wies darauf hin, dass ein Unfallopfer während der Wiederbeschaffung seines beschädigten Autos einen Mietwagen nehmen und die Kosten vom Unfallgegner verlangen kann. Die Klägerin müsse auch nicht auf einen Mietwagen verzichten, wenn das Netz des öffentlichen Nahverkehrs besonders gut ausgebaut sei (Az. 420 C 7631/15).

Eine Geschädigte hatte sich nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall während der Wiederbeschaffung ihres beschädigten Autos einen Mietwagen genommen und verlangte die Erstattung der Kosten von der gegnerischen Versicherung. Diese erstattete jedoch lediglich einen Teilbetrag mit dem Hinweis, dass die Frau in einer Großstadt mit gut ausgebautem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) lebe und es ihr zumutbar gewesen wäre, Bus und Bahn zu nutzen.

Das Gericht gab hingegen der Klägerin Recht. Die Versicherung müsse die Kosten für den Mietwagen in vollem Umfang übernehmen. Nur wenn ein Ersatzverkehrsmittel denselben Komfort bieten würde, wie das eigene Auto, könne die Versicherung auf die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs verweisen. Das sei jedoch nicht der Fall. Den Mietwagen könne man immer nutzen, während beim Angebot des ÖPNV immer ein Fahrplan gelte. Außerdem seien Störungen im ÖPNV nicht selten. Auch den Fahrkomfort könne man nicht mit dem eigenen Pkw vergleichen.

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