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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 26.07.2017

Wohnungseigentumsverwalter muss mindestens drei Vergleichsangebote einholen

Das Landgericht Frankfurt entschied, dass der Wohnungseigentumsverwalter ab einem Auftragsvolumen von 3.000 Euro verpflichtet ist, vor der Erteilung eines Auftrages mindestens drei Vergleichsangebote einzuholen. Erfolgt ein Beschluss zur Auftragsvergabe ohne diese Mindestanforderung, kann der Beschluss angefochten werden (Az. 2-13 S 2/17).

Im vorliegenden Fall sollten Hausmeisterdienste in Auftrag gegeben werden. Der Wohnungseigentumsverwalter hatte diesen Punkt auf die Tagesordnung gesetzt und zwei verschiedene Angebote eingeholt. Die Wohnungseigentümergemeinschaft entschied sich für einen Anbieter und fasste einen entsprechenden Beschluss. Hiermit war einer der Eigentümer jedoch nicht einverstanden und beantragte im Rahmen der Anfechtungsklage, diesen Beschluss aufzuheben.

Das Gericht gab dem Kläger Recht. Der gefasste Beschluss entspreche nicht ordnungsgemäßer Verwaltung. Nach inzwischen gefestigter Rechtsprechung müssten vor einer Auftragsvergabe mindestens drei Angebote von dem Verwalter eingeholt werden. Nur so könnten die Eigentümer durch den Vergleich verschiedener Angebote zu einer fundierten Entscheidung kommen. Sofern diese Mindestanzahl an Angeboten fehle, erfolge die Entscheidung auf einer unzureichenden Tatsachengrundlage, sodass der Beschluss nicht ordnungsgemäßer Verwaltung entspreche und aufzuheben sei. In der Regel sei das Auftragsvolumen unerheblich, denn bereits ab zu erwartenden Kosten von ca. 3.000 Euro seien die drei Angebote Pflicht.

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