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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Montag, 24.07.2017

Arbeitsunfall 50 Jahre später anerkannt

Das Sozialgericht Dresden hat nach über 50 Jahren einen Arbeitsunfall, über den keine Unterlagen mehr auffindbar waren, anerkannt (Az. S 39 U 320/12).

Im vorliegenden Fall arbeitete ein heute 72 Jahre alter Mann als Gleisbauhelfer. 2011 beantragte er die Anerkennung eines Arbeitsunfalles, den er bereits 1966 erlitten hätte. Er gab an, dass bei Gleisbauarbeiten eine Kleinlokomotive entgleist sei. Als man mit einer Winde versucht habe, die Lok aufzugleisen, sei diese ausgerutscht. Dabei habe sie den kleinen Finger der linken Hand des Mannes und das zugehörige Gelenk samt anschließendem Mittelhandknochen stark gequetscht. In der Folge sei es zur Amputation des kleinen Fingers gekommen. Die Unfallversicherung Bund und Bahn lehnte die Feststellung eines Arbeitsunfalles ab. Unterlagen, die das vom Kläger geschilderte Geschehen beweisen könnten, seien nicht mehr vorhanden. Gegen diese Entscheidung wandte sich der Kläger.

Das Gericht gab dem Kläger Recht. Ein Arbeitsunfall sei anzuerkennen. Die Eintragungen im Sozialversicherungsausweis des Klägers würden sich mit seinem Vortrag decken. Zudem habe ein Zeuge das Geschehen im Jahr 1966 glaubwürdig schildern können. Der frühere Arbeitskollege habe ausführlich schriftlich dargelegt, dass er bei dem Unfall nur einen Meter neben dem Kläger gestanden habe. Anschließend habe er den Kläger mit seinem Motorrad ins Krankenhaus gebracht. Seine Schilderung decke sich mit der des Klägers. Unterlagen seien nicht mehr auffindbar gewesen, da das Unfalltagebuch beim Landesamt für Arbeitsschutz bei einem Hochwasser vernichtet worden sei. Ein sachverständiger Unfallchirurg habe jedoch 2016 bestätigt, dass der Gesundheitsschaden auf einen Arbeitsunfall zurückgeführt werden könne. Somit kam das Gericht zu der Überzeugung, dass sich der Unfall, wie vom Kläger geschildert, zugetragen habe. Daher könne er Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung für den Verlust des kleinen Fingers der linken Hand verlangen.

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