Infothek

Zurück zur Übersicht
Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 19.07.2017

Badrenovierungskosten bei Home-Office nicht in vollem Umfang abzugsfähig

Das Home-Office im eigenen Haus, für das der Arbeitgeber Miete zahlt, dient dazu, die vom Arbeitgeber des Steuerpflichtigen aufgetragenen Aufgaben von Zuhause in einem entsprechend eingerichteten Büro zu erledigen. Ein komplettes Badezimmer mit Dusche und Badewanne ist hierfür nicht erforderlich und ist aufgrund der fehlenden beruflichen Nutzung nicht im Interesse des Arbeitgebers des Steuerpflichtigen. Daher sind Badrenovierungskosten beim Home-Office nicht in vollem Umfang absetzbar. So entschied das Finanzgericht Köln (Az. 5 K 2515/14).

Die Beteiligten stritten darüber, ob die Kosten einer Badrenovierung als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (VuV) berücksichtigt werden können.

Das Gericht wies jedoch darauf hin, dass die Unterscheidung zwischen Arbeitslohn einerseits und Einkünften aus VuV andererseits danach vorzunehmen sei, in wessen vorrangigem Interesse die Nutzung des Büros liege, wenn der Arbeitgeber Zahlungen für ein in der Wohnung des Steuerpflichtigen gelegenes Büro leiste, das der Steuerpflichtige für die Erbringung seiner Arbeitsleistung nutze. Die Anmietung eines vollständigen Badezimmers sei dabei nicht von den Arbeitgeberinteressen gedeckt. Vielmehr sei davon auszugehen, dass insoweit lediglich das Vorhandensein einer Toilette nebst Waschbecken für Kunden erforderlich sei. Ein komplettes Badezimmer mit Dusche und Badewanne sei nicht zur Erfüllung der aufgetragenen Aufgaben erforderlich und könne daher aufgrund der fehlenden beruflichen Nutzung nicht im Interesse des Arbeitgebers sein. Da die Kosten für die Badrenovierung nicht in vollem Umfang berücksichtigt werden konnten, musste das Gericht den als Werbungskosten abziehbaren Teil durch Schätzung ermitteln.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.