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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 12.07.2017

Fahrtkostenpauschale bei einheitlicher Betriebsstätte (Gemeinschaftspraxis und Belegarzt im Krankenhaus)

Der Abzug von Betriebsausgaben für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Betriebsstätte ist auf die Höchstbeträge der gesetzlichen Entfernungspauschale begrenzt. Dies gilt auch bei Ermittlung des Anteils der privaten Nutzung durch ein Fahrtenbuch für die Ermittlung der Höhe der abzugsfähigen Sonderbetriebsausgaben des Mitunternehmers einer freiberuflich tätigen Mitunternehmerschaft. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VIII R 33/14).

Der Kläger war als Arzt in einer Gemeinschaftspraxis und gleichzeitig im durch denselben Eingang zu erreichenden Krankenhaus als Belegarzt und im Notdienst tätig. Für die Fahrten zwischen seiner Wohnung und der Praxis führte er ein Fahrtenbuch und machte für das Jahr 2008 sämtliche Fahrzeugkosten und die AfA in Höhe von ca. 13.000 Euro als Sonderbetriebsausgaben steuerlich geltend. Das Finanzamt berücksichtigte dagegen nur die Entfernungspauschale in Höhe von ca. 2.000 Euro.

Das Finanzgericht und auch der BFH wiesen die dagegen gerichtete Klage ab. Praxis und Krankenhaus seien als einheitliche Betriebstätte zu werten. Daher lägen hier nur Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Betriebstätte vor. Durch die Entfernungspauschale seien nach § 9 Abs. 2 Satz 1 EStG “sämtliche Aufwendungen” abgegolten, die durch die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Betriebsstätte veranlasst waren.

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