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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 12.07.2017

Ansprüche eines Unfallopfers wegen Schleudertrauma - Befund muss nachweisbar sein

Ein Unfallopfer, das Ansprüche wegen eines Schleudertraumas geltend machen will, muss diese Verletzung beweisen können. Zwar könne dabei auch aufgrund anderer Verletzungen auf ein Schleudertrauma geschlossen werdene rine Bagatelle wie eine Zehenverstauchung reiche dafür allerdings nicht. So entschied das Oberlandesgericht Dresden (Az. 4 U 693/16).

Ein Mann erlitt bei einem Verkehrsunfall Verletzungen. Vor dem OLG wollte er noch klären lassen, ob er auch Ansprüche wegen eines Schleudertraumas geltend machen könne. Die Vorinstanz hatte eine Verstauchung der Zehen festgestellt und folglich auch ein leichtes Schleudertrauma angenommen. Ein Gutachter hatte eine solche leichte Verletzung für möglich erachtet. Nähere Nachweise für diese Verletzung gab es allerdings nicht.

Das OLG vertrat jedoch die Auffassung, dass allein aufgrund der nachgewiesenen Verstauchung der Zehen nicht auch auf eine HWS-Verletzung geschlossen werden könne. Die Behauptung des Gutachters, wonach es “allenfalls zu einer leichten HWS-Verletzung gekommen sein kann”, reiche in diesem Zusammenhang nicht aus. Es müsse berücksichtigt werden, dass es sich bei der Zehenverstauchung lediglich um eine Bagatellverletzung handele.

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