Infothek

Zurück zur Übersicht
Steuern / Gewerbesteuer 
Montag, 10.07.2017

Vom späteren Schiffsbetrieb unabhängige Handlungen sind nicht als Hilfsgeschäfte mit der steuerlich günstigen Tonnagebesteuerung abgegolten

Gewinne aus Devisentermingeschäften, die eine Ein-Schiff-Gesellschaft ursprünglich zur Kurssicherung des in Fremdwährung zu zahlenden Kaufpreises für das bestellte Schiff abgeschlossen, dann jedoch vorzeitig abgewickelt hatte, sind nicht als sog. Hilfsgeschäfte durch die Tonnagebesteuerung abgegolten, wenn sie im Kalenderjahr vor Ablieferung und Indienststellung des Schiffs an die Kommanditisten ausgeschüttet wurden. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. IV R 49/15).

Die Klägerin, eine Ein-Schiff-Gesellschaft hatte ursprünglich Devisentermingeschäfte zur Kurssicherung des in Fremdwährung zu zahlenden Kaufpreises für das bestellte Schiff abgeschlossen, sie dann aber schon vor dem Kauf abgewickelt. Das Finanzamt besteuerte die daraus erzielten Währungsgewinne als Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Die dagegen erhobene Klage wies der BFH zurück. Die Erträge seien tatsächlich nicht für die Finanzierung des Schiffs bereitgehalten worden, sondern unverzüglich in das Vermögen der Kommanditisten abgeflossen. Durch die Entnahme der Gewinne seien die Gelder dauerhaft der Verwendung für betriebliche Zwecke entzogen worden und hätten nicht mehr dem Betrieb des Schiffs im internationalen Verkehr dienen können. Daher seien sie nicht durch die Tonnagebesteuerung abgegolten, sondern in tatsächlicher Höhe zu besteuern.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.