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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 06.07.2017

Glaubwürdige Aussage des Passagiers zur Schließung des Gates - Entschädigung wegen Nichtbeförderung

Ein Flugpassagier, der glaubhaft versichert, rechtzeitig am Gate gewesen zu sein, hat bei Nichtbeförderung Anspruch auf Entschädigung gegen die Airline. So entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main (Az. 31 C 857/14(17)).

Im vorliegenden Fall hatte der Kläger eine Flugreise von Leipzig über Frankfurt nach Daressalam gebucht. Er checkte in Leipzig für beide Flüge ein und erhielt auch beide Bordkarten. Für den Anschlussflug nach Tansania war vermerkt, dass das Gate 20 Minuten vor dem Abflug schließe. Der Abflug war um 22.05 Uhr. Der Kläger versicherte, um 21.43 Uhr am Gate gewesen zu sein. Die Airline behauptete, er sei erst nach 21.45 Uhr dorthin gekommen und habe deshalb die Beförderung verweigert. In Folge musste der Kläger einen Ersatzflug zahlen.

Das Gericht gab dem Kläger Recht. Er habe Anspruch auf Entschädigung i. H. v. 600 Euro wegen Nichtbeförderung und Ersatz der Anwaltskosten. Der Rechtsbeistand sei angemessen gewesen, denn die Regelungen zu Ausgleichszahlungen seien komplex. Es gebe keinen Anlass, dem Kläger die Glaubwürdigkeit abzusprechen, dass er tatsächlich bereits um 21.43 Uhr und somit rechtzeitig am Flugsteig war. Dass er selbst Partei im Prozess war, sei dabei unerheblich. Der Flughafenbetreiber habe zudem bestätigt, dass das Gate bereits um 21.40 Uhr schloss.

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