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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Mittwoch, 05.07.2017

Für Krankengeld nahtlose Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Rosenmontag ist kein Feiertag

Ein Krankengeldanspruch kann entfallen, wenn keine nahtlose Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit gegeben ist. Ein Versicherter kann sich gegenüber seiner Krankenkasse nicht darauf berufen, dass die Praxis seines behandelnden Arztes am Rosenmontag geschlossen war und er daher erst am Folgetag eine weitere Bescheinigung bekommen konnte. Das hat das Sozialgericht Koblenz entschieden (Az. S 11 KR 128/17 ER).

Der Kläger bekam nach längerer Krankheit Krankengeld. Er hatte von seinem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten, die am Freitag endete. Nach den geltenden Vorschriften im Krankenversicherungsrecht hätte es deshalb genügt, wenn sich der Versicherte am darauffolgenden Montag eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hätte ausstellen lassen, um weiterhin Krankengeld zu bekommen. Da dieser Tag Rosenmontag war, hatte die Praxis seines Arztes geschlossen. Eine erneute Attestierung erfolgte daher erst am Dienstag. Die Krankenkasse gewährte daher kein weiteres Krankengeld.

Das Gericht hielt diese Entscheidung für rechtmäßig. Zwar würden in der Region rund um Koblenz viele Arztpraxen wegen der Karnevalsfeierlichkeiten geschlossen bleiben. Dies ändere jedoch nichts daran, dass es sich bei Rosenmontag nicht um einen gesetzlichen Feiertag handele. Dies hätte der Versicherte berücksichtigen und sich entsprechend kümmern müssen. Beispielsweise hätte er sich an einen Vertretungsarzt oder an ein Krankenhaus wenden müssen, um eine wirksame Verlängerung seiner Arbeitsunfähigkeit zu erhalten. Es liege ausschließlich im Verantwortungsbereich des Versicherten, auf eine nahtlose Bescheinigung seiner Arbeitsunfähigkeit hinzuwirken, wenn er von seiner Krankenkasse weiterhin Krankengeld erhalten wolle. Der Krankengeldanspruch mit der befristeten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung habe daher am Freitag geendet.

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